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SE Anwendung

Wie Somatic Experiencing wirkt

Wie und warum entstehen traumatische Erfahrungen? Peter Levine hat das Verhalten von Tieren in freier Natur untersucht und festgestellt, dass Beutetiere wie etwa Gazellen auf akute lebensbedrohliche Ereignisse zunächst biologisch genauso reagieren wie Menschen in Extremsituationen: durch Flucht, Kampf oder Erstarrung (auch Totstellreflex genannt).


Von Menschen und Gazellen – Überlebensstrategien und ihre Auswirkungen
Man stelle sich vor, eine Herde Gazellen macht gerade Rast an einer Wasserstelle und wird plötzlich von einem Rudel Löwen angegriffen. Der erste Impuls ist häufig die Flucht. Der Körper reagiert sofort: Adrenalin schießt ins Blut. Alle Sinne sind in Alarmbereitschaft. Der Puls geht hoch. Muskeln spannen sich an, um schnell weglaufen zu können.

Ist der Löwe zu nah und eine weitere Flucht ist nicht mehr möglich, wird die Gazelle sich wehren und kämpfen. Selbst wenn sie durch ihren Angriff den Löwen nur kurz aus dem Konzept gebracht hat, kann dies eine erneute Chance zur Flucht bieten. Ist alles vergeblich, erstarrt ein Beutetier oft komplett und nimmt dem Jäger damit häufig den Anreiz. Die vermeintliche Beute scheint ja sicher erlegt, der Jäger wendet sich weiteren potenziellen Opfern zu. Auch dieser Moment birgt Hoffnung auf eine erneute Flucht.

Während der ganzen Zeit läuft der Organismus des Beutetieres auf Hochtouren und bewahrt die Sinne vor allzu deutlicher Wahrnehmung von Schmerz. Das ist eine tolle Leistung des Stammhirns. Diese Reaktionen laufen einfach unwillkürlich ab.Was wirklich erstaunlich ist: Wenn das Tier überlebt, beruhigt sich sein aufgeputschtes Nervensystem ganz schnell wieder. Es kehrt zum Grasen zurück an die Wasserstelle.

All diese biologischen Reaktionen zeigen auch wir Menschen auf übermächtige Ereignisse. Sie folgen einem autonomen Schema, das wir nicht durch Willensentscheidung und Intellekt beeinflussen können.


Den Stress- und Entspannungsprozess vollständig abschließen
Jeder von uns hat vermutlich bereits erschütternde Situationen erlebt, die unser Nervensystem bis zum Äußersten gereizt haben. Peter Levine selbst hatte ein Schlüsselerlebnis, als er von einem Auto angefahren wurde. Zwar wurde er nicht sehr schwer verletzt, aber er erlebte die Situation als lebensbedrohlich.

Direkt an der Unfallstelle nahm sich eine Passantin seiner an und beruhigte ihn durch ihre Stimmlage, ihre Worte und leichte Berührungen. Sein Nervensystem kam schnell wieder zur Ruhe und konnte den Unfall ohne Traumafolgestörung integrieren. Mit Hilfe dieser Passantin konnte er den gesamten Prozess der Anspannung und anschließenden Entspannung vollständig durchleben. Seine Seele und sein Körper erholten sich spontan und ganz.

Dieses Erlebnis inspirierte ihn zur Entwicklung von Somatic Experiencing. Mit Hilfe von besonders ausgebildeten Therapeuten und Therapeutinnen können Klienten belastende Erfahrungen erneut behutsam anschauen. Alte Blockaden können gelöst werden. Der Stress- und Entspannungsprozess kann vollständig abgeschlossen werden.Wie Somatic Experiencing Ihnen helfen kann, erfahren Sie hier … 


Wie hilft Somatic Experiencing?

Somatic Experiencing hilft, wenn wir in einer Endlosschleife hängenbleiben.
Uns Menschen (ebenso wie Tieren in Gefangenschaft) gelingt es oft nicht, nach dem Abschluss einer überwältigenden Erfahrung unser Nervensystem zu beruhigen, weil uns im Alltag die Möglichkeiten zum körperlichen Ausagieren unserer spontanen Reflexe genommen werden. Weglaufen, Kämpfen und Totstellen sind in unserer „zivilisierten“ Gesellschaft kaum möglich. Der Impuls jedoch bleibt.

Wir bleiben oft emotional und körperlich in der Situation hängen und können den heilsamen Prozess zur Beruhigung des Nervensystems nicht abschließen. Was die auslösende Ursprungserfahrung war, ist in unserem kognitiven Bewusstsein manchmal gar nicht mehr greifbar, aber unser emotionales Körpergedächtnis funktioniert perfekt und sendet immer wieder die Botschaft „Gefahr“. Wir leben daher ständig im Modus „Überlebensenergie“ und schaffen es trotz aller rationalen Anstrengungen nicht, unser Nervensystem wieder zu beruhigen.


Den Notfallmodus wieder ausschalten
Unsere Verhaltensmuster, Gedanken und Gefühle sind oft noch mit erschreckenden Erfahrungen aus unserer Vergangenheit gekoppelt und laufen auch dann ab, wenn es rational keinen ersichtlichen Grund dafür gibt. Wenn wir in einem der drei Notfallmodi (Flucht, Kampf, Erstarrung) hängen bleiben, können als Langzeitfolgen zahlreiche psychische und somatische Beschwerden entstehen. Übererregbarkeit, Hyperaktivität, Gefühl der Entfremdung und Dissoziation, Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, Migräne, Rückenschmerzen, Erschöpfung und Burnout sind nur einige davon.


Viele Therapiemethoden berücksichtigen nicht ausreichend, welche Reaktionen im Körper und Nervensystem während eines traumatischen Erlebnisses ablaufen, sondern nähern sich dem Ereignis nur rational. Somatic Experiencing hingegen bietet mit sehr sorgfältig ausgebildeten Therapeuten und Therapeutinnen einen nachträglich lösenden körperlichen Zugang zu alten Blockaden und Störimpulsen. Eine besondere Voraussetzung für die Ausbildung in SE ist eine besondere Feinfühligkeit und Fähigkeit zur Resonanz mit dem Klienten. Überwältigende Ereignisse erfordern eine besondere therapeutische Sichtweise.


Durch Selbstregulation zu neuer Lebendigkeit
In der entspannten Atmosphäre meiner Praxis gehe ich besonders sensibel und mit besonderer Achtsamkeit mit Ihren Erlebnissen um.
Ich stelle mich ganz auf die Wahrnehmung Ihrer körperlichen Empfindungen ein und unterstütze Sie in Ihrer Selbstwahrnehmung.
So lernen Sie, langsam und schrittweise wieder Zugang zu Ihren angeborenen vielfältigen Reaktionsmöglichkeiten zu erlangen.
Sie werden sich wieder selbst spüren und lernen die Selbstregulierung Ihres Nervensystems. Ganz wichtig ist bei SE, dass es niemals zu Schockkonfrontation mit alten Traumata kommen soll, sondern Sie bestimmen das Tempo und den Grad der Annäherung. So können sich die verankerten Nachwirkungen von traumatischen Erlebnissen schonen auflösen. Es entstehen neue Ressourcen und Lebensfreude.

Die Praxisanschrift

Viktoria Schmidt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Karl-Theodor-Str. 6a
40878 Ratingen

Telefon: 02102 - 5373081

Heilpraktikerin Psychotherapie 02102 - 5373081

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